Sonntag, 19. Oktober 2014

almost.




aus dem wohnzimmer dringen chopin-fetzen zu mir herüber. 

ich sitze in meinem lieblingssessel und zähle die sonnenflecken auf meinem arm.

der stift tanzt über das weiße papier, wird schneller, im takt der musik, dreht pirouetten, schwebt. punkt. atempause.

fast 25 grad im oktober. fast sommer im herbst.
fast ein anfang, fast ein ende.

Freitag, 26. September 2014

meerweh.

und plötzlich ist herbst.
ich habe den september schon immer gemocht. die luft, die anders riecht als in den wochen zuvor. die klarheit und das schöne licht.


auf dem dachboden liegen und durch das kleine dachfenster in den himmel gucken. selbst die wolken haben es heute eilig.

das seltsame gefühl breitet sich im ganzen körper aus.
ein zustand, den es gar nicht gibt. wann hat das angefangen? 
etwas fühlt sich falsch an, irgendwie verkehrt herum. als müsste man alles mal wild durcheinander rütteln, die einzelnen teile auf dem boden ausbreiten und dann nach und nach neu zusammenbauen, ganz langsam, ganz exakt. 
vielleicht wäre es dann wieder richtig, vielleicht würde dann endlich diese kleine ecke einrasten, die seit monaten klemmt und immer ein wenig übersteht.

ich will an diesen ort, den es nicht gibt.

rückblickend werden wir vielleicht sagen, dass genau das -diese zeit- unsere wanderjahre waren.



"not all those who wander are lost." j. r. r. tolkien

Mittwoch, 3. September 2014

"I still believe in anchors"*


seltsam, wie die zeit fliegt.
tage vergehen wie im rausch, im traum.
so viele momente.
und immer dieses gefühl im bauch.
und immer diese fragen.

dinge ausgesprochen, so klar und deutlich wie noch nie. 

ganz laut; ohne den hauch eines zweifels in der stimme.
 

und wieder ziehen landschaften rechts und links an mir vorbei und ich bin ganz leicht. 
innen drin. 
das hat mir kraft gegeben und sicherheit.
egal, was kommt. egal, was bleibt.
und deswegen lasse ich mich einfach fallen, ins leben, mitten hinein.


*Listener - Wooden Heart

Samstag, 16. August 2014

get home.


durch die stadt fliegen. das rad, der wind, der geruch von frisch geschnittenem gras. der tag ist noch kühl und die straßen sind leer. immer schneller werden, leichter.

später sitzen wir auf dieser riesigen wiese, ein glas rotwein in der hand. der himmel wird rosa, dann lila, malt bunte bilder. sehnsucht im bauch.

als wir nach hause fahren, hängt über dem wald ein riesiger, voller mond.

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weil es mich immer an gute zeiten erinnert. weil es sich ein bisschen wie zuhause anfühlt.

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riesige wolkenberge türmen sich vor mir auf, abenteuerliche landschaften. plötzlich regnet es bindfäden, im nächsten moment verwandelt sich alles in eine glitzernde wunderwelt. die sonne bricht durch.
die musik ist laut, der kopf voll.
loslassen, weg, raus.


alles ist anders; und alles fühlt sich gleich an. 
wir schaffen das. leben leben.


Dienstag, 29. Juli 2014

faltplan #2 (wovon wir träumten)


ich habe schon vor zwei sätzen aufgehört, zuzuhören.
folge meinen gedanken den berg hinauf und frage mich, wie es ihr wohl geht und wann wir wieder so zusammen sitzen werden.

wo wir jetzt sind; wir würden wohl darüber lachen und uns wundern. wir dachten nie, dass es so sein würde. konnten uns nicht vorstellen, dass sie jemals enden würde. diese zeit, die in jedem moment die beste war. und schlimmste. denn das geht ja nur gemeinsam.

hörst du auch noch die alten lieder? alles dreht sich und verändert sich so schnell. ich vermisse diese langsamen sonntage mit heißem kaffee und sonnenflecken im zimmer. wir wussten es nicht, damals, haben es nur geahnt. 




wer weiß, wo wir in 10 jahren sein werden. in anderen städten, anderen ländern, vielleicht wieder am gleichen ort, zur gleichen zeit?
die alten lieder wird es auch dann noch geben und wir werden sie hören, an dem großen holztisch sitzend und lachend. verwundert darüber, wo wir sind und dass wir uns das nie hätten vorstellen können.



Dienstag, 22. Juli 2014

„that’s something that the darkness couldn’t take from you.“


ganz allein, nur und ich und der letzte schluck rotwein. diese lied und eine zigarette.
der nachthimmel, die frische nach-regen-luft und gedanken.
listen und kurze nachrichten, pläne und wünsche.
kleine grüne zettel überall auf dem alten schreibtisch.
einer dieser abende. keine küchenabende mehr, aber irgendwie doch.
rauchen und denken und träumen und schreiben.
und ich sein, ohne filter.
die stille der nacht und meine worte, ganz laut.


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der himmel sieht aus wie gemalt, lila wolken leicht verwischt in dunkles blau. und mir fehlen die worte. wie seit wochen schon. ich kann die sätze, die ich fühle, nicht formen, nicht fassen.
am horizont flackert es schon wieder hell, es donnert und grummelt; himmel und bauch.


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das zimmer ist ganz blau von den vorhängen und die vögel zwitschern im innenhof. ich brauche zeit zum vermissen, zeit zum ankommen. und zwischendurch brauche ich zeit, um das zu fühlen, zu verstehen, sacken zu lassen. ich muss sortieren, (be)greifen, einordnen, schubladen schließen, um endlich darüber schreiben zu können.
denn dann wird es besser. bestimmt.
viel kaffee und musik zum frühstück.
innehalten, ein schritt nach dem anderen.
alles scheint zu funktionieren, fast automatisch.
welche automatismen halten uns zusammen?
welche bringen uns durch den alltag?

Samstag, 7. Juni 2014

unterschlupf.

einen kurzen moment raus. nur ein, zwei tage. 
das grün und die luft und dazu sommergewitter. die sicherheit und die stille. 
stundenlang kochen und reden und liegen und schweigen und denken und ausruhen. 

dann kann man wieder zurück.





Mittwoch, 28. Mai 2014

ich pause meine träume ab...


seine ruhige stimme, gleichmäßige sätze. worte, die treffen.
das glänzende klavier spiegelt die weingläser, spiegelt uns. nachdenklich, traurig, erschöpft. 

ich erkenne mich.
lasse mich fallen, in das wort. schwerelos.

durch den dunklen park dann, nach hause.
wind kommt auf und ich laufe durch die straßen, die ich so gut kenne.
der erste tropfen trifft mich auf der stirn. ich nehme die kapuze ab und stehe im regen.
die abkühlung tut gut und die ganze stadt scheint zu dampfen.
alles wird abgewaschen, die drückende sommerhitze, die gedanken der letzten nacht.
ich ziehe meine schuhe aus und laufe barfuß.
die pfützen spiegeln die lichter und mich, 

ganz verschwommen.

Montag, 26. Mai 2014

das ganze leben ist ein montag.




ich möchte bitte mein leben umtauschen, irgendetwas stimmt damit nicht. sie müssen sich geirrt haben.
ich habe alles aufgeschrieben und ausgerechnet, verglichen, abgezählt und eine bilanz gezogen. wir sind quit. lange schon. es reicht.
irgendwann reicht es, irgendwann müssen die guten zeiten kommen.
die kraft ist schon lange aufgebraucht, der trotz neigt sich dem ende.
ist es gut jetzt?
die pause habe ich mir verdient. wenigstens eine kurze. oder nicht?

und noch immer glaube ich an die magie, bin optimistisch und will leben. so richtig, ohne wenn und aber.
der sinn des lebens ist leben.
ja! aber wie?
wir sind anfänger, lebens-anfänger.
wir zählen nicht die erfolge, sonder die anfänge. die momente, in denen wir wieder aufstehen. immer wieder.
wie baumringe reihen sich die versuche aneinander, langsam unendlich viele. unzählbar.