Mittwoch, 20. Februar 2013

es muss anders werden, wenn es gut werden soll.*


im hinterhof tanzen die schneeflocken im kreis. seit zwei tagen schon, es ist wieder kalt. kalt und grau. 
mein herzklopfen ist mit dem winter zurückgekommen und die fragen. so vieles, was es zu verstehen gibt. menschen und entscheidungen und das, was einfach so passiert, immer wieder. 
wir suchen immer das, was nicht stimmt, auch wenn da gar nichts ist. 
wir suchen immer die guten gründe, auch wenn da gar keine sind. 
der kopf wird immer voller, die schritte vorsichtiger. ist es wirklich glück? was macht den unterschied? 
das schwerste ist oft, sich die dinge endlich einzugestehen, die ganz klar sind. 
lange schon.


*"Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber soviel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll."  Georg Christoph Lichtenberg.

pass auf.



richtung herz
ist immer 
die richtige richtung
wir wissen manchmal nicht
wo es lang geht 
kennen den weg nicht
fühlen ihn nur...

Freitag, 15. Februar 2013

Dienstag, 12. Februar 2013

mehr oder weniger gut.



alles so klar wie schon lange nicht mehr. innen und außen. 
wir haben aussortiert, weggeräumt, schilder auf schubladen geklebt, neue räume geschaffen, alte schuhkartons in kammern gestellt. 
das wirbelt staub auf, gedanken, gefühle. und dann sieht man wieder weiter, atmet tiefer, wird ruhiger.
die passende musik kommt am richtigen tag, trägt, spiegelt und geht tiefer.

wir erledigen unsere aufgaben, sind manchmal da, manchmal nur halb. wir lachen, haben verabredungen und gehen im alltag verloren.

da ist dieses kleine fragezeichen, ein kleines ziehen ganz hinten im magen. es kribbelt, ist flau. wir sitzen da, horchen in uns rein, versuchen zu fühlen, was da noch ist. 
mehr? oder weniger?

Freitag, 25. Januar 2013

"only know you've been high when you're feeling low.." *



unser problem sind die ebenen.
wir leben. meistern unseren alltag, beschäftigen uns mit großen und kleinen problemen, treffen entscheidungen, gehen wege.
und dann passiert etwas, ebenen werden verschoben, legen sich übereinander und auf einmal ist vieles egal und anderes lebenswichtig.
wir sind nicht darauf vorbereitet. als würden wir mit der gewissheit leben, es gäbe nur diese eine ebene, unsere. dann sind wir überrascht, schockiert und stehen da, mit einem ganzen leben in einem beutel und wissen nicht so ganz, wohin damit, wie es weitergeht. sätze werden zu leerstellen. leerstellen zu ganzen geschichten.
und auf einmal ist da ruhe. kein sturm. nur wir und die stille. und dann. 

*Passenger - Let Her Go.

Montag, 21. Januar 2013

you know me well.


wo waren wir? wo sind wir stehengeblieben? 
mein letzter gedanke wird von deiner stimme verschluckt.
du siehst mich an, durch mich durch, siehst alles und nichts. jeden partikel meiner haut, jeden gedankenfetzen, selbst das kleine loch im herzen.
wir kennen uns nicht, haben uns noch nie gesehen. warum begegnen wir uns hier? 

welche ebene? welcher traum?
ich kenne deine augen, erkenne irgendwen. vielleicht mich? 

wir haben die gleichen sachen gesehen. wir haben aus den gleichen gründen die augen geschlossen. 
und jetzt sitzen wir hier, du und ich, in lauen sommernächten auf dächern, kennen uns nicht und haben nur uns.
bitte schaut her. könnt ihr uns sehen?



Sonntag, 20. Januar 2013

über akkus und städte und dich.

dein dauerzustand ist irgendwo zwischen erschöpfung, müdigkeit und überdrehter ruhelosigkeit. wenn du dich mal richtig ausruhst, ist der akku danach nicht mal halb geladen. du kannst dich kaum noch erinnern, wann du das letzte mal voller energie aus dem bett gesprungen bist, den ganzen tag fit warst und abends noch etwas unternommen hast. 
und wenn du das heute machst, brauchst du danach einen tag pause. du fühlst dich gehetzt. dein herz rast. immer. du bist vielleicht ende zwanzig oder anfang 30, du hast dein leben noch vor dir. 
soll das jetzt so bleiben?
bis vor kurzem hast du dein leben vielleicht noch so gelebt, als wäre dein akku mehr als voll, dabei hat er schon rot geblinkt. das hat relativ lange gut geklappt. vielleicht ist dann etwas kaputt gegangen. der akku lädt jetzt nicht mehr richtig. gibt es irgendwo ersatzakkus? 

wo ist die pause-taste?

immer denkst du "nur noch diese woche, dann wird's ruhiger". deswegen glaubst du langsam, dass es auch ein bisschen an der stadt liegt, an dem leben, dieser zeit, an uns. den meisten deiner freunde geht es genauso. irgendetwas stimmt da nicht. das kann doch nicht normal sein. 

was, wenn doch?




"drei tage ohne schlaf, ich lieg’ im grellen neonlicht,
nimm mich mit irgendwohin, doch bitte frag mich nicht
wo ich zuhaus’ bin, ich weiß nur: bestimmt nicht hier.
wo wir alle dumm rumsteh’ n, in schweren stiefeln der realität,
in denen man, wenn überhaupt, immer nur kleine schritte geht,
nimm mich mit irgendwohin, dann lass ich sie zurück.
nimm mich raus aus den abgründen der stadt,
irgendwo ist das schöne, auch heute nacht.
und ich tanze in gedanken, dort wo es mir gefällt,
barfuß auf den straßen am ende dieser welt,
und auf den eisenbahnbrücken ins nichts,
nur nicht hier."
max prosa. abgründe der stadt.